Was ist eigentlich ein DHV Gütesiegel?

Das Gütesiegel wurde zu Zeiten, als die Drachen noch Ziellandungen machten und der „Flattersturz“ gefürchtet war vom damals Drachenflieger und Rechtsanwalt Peter Janssen gegründeten Deutschen Hängegleiter Verband gegründet. Fortan mussten Drachen und später auch Gleitschirme vom DHV getestet, belastet, abgeworfen und von mehreren Testpiloten geflogen werden. Erst dann erhielten Sie ein rundes großes Stoffemblem mit dem DHV Zeichen, das Gütesiegel, und einer Nummer darauf. Der Drachen wurde eingelagert und der Hersteller verpflichtete sich nach diesem Muster zu bauen.

Die Gütesiegel Einstufungen waren von 1 = Anfänger und Gelegenheitspilot bis 3 = Pilot mit mehr als 50 Flugstunden pro Jahr.

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 PDF-Dokumentation von Prof. Michael Schönherr über das DHV-Gütesiegel und die Gründung des DHV. (3MB)

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Das DHV Monopol brachte sicherheitstechnische Vorteile für den Piloten, aber auch finanzielle Nachteile für die Hersteller. Viele wollten unter dem Diktat des Monopolisten DHV in einem freien Europa mit mündigen Gleitschirmpiloten nicht mehr leben und riefen nach Differsität (Vielfältigkeit).

Aus dem DHV Gütesiegel wurde das LTF (Lufttüchtigkeitsforderung) und am 26.09.2007 gewährte das LBA (Luftfahrtbundesamt) der EAPR (Akkreditierungsstelle für Gleitschirme) in Deutschland und am 17.04.2009 der Schweizer Para Academy (Air Turquoise) mit Ihren EN Prüfungen weitere Akkreditierungsstellen.

Fortan hießen die Klassen LTF (ehemalig DHV Gütesiegel) und EN (EAPR und Air Turquoise).

Der Unterschied zwischen beiden Verfahren war die Definitionsbreite:

LTF war: 1; 1-2; 2; 2-3 und 3, während EN: A, B, C, D definiert. Und die Hersteller nutzten die Zulassungsvielfalt solange aus, bis sie einen harmlosen Schirm getestet hatten.

Status 2014: Der DHV führt in den unteren beiden Schirmklassen (A & B - LTF seit 2010), womit über 80 % aller Gleitschirmpiloten fliegen, eine Safety-Classes Einstufung ein, da kaum noch ein Pilot einen Unterschied zwischen einem Highlevel A und einem Lowlevel B Gleitschirm erkennen kann.

Heutiger Stand des LTF Stand 2010 - Quelle DHV:

LTF Klasse

Beschreibung der Flugeigenschaften

Beschreibung des erforderlichen
Pilotenkönnens

A

Gleitsegel mit einem Maximum an passiver
Sicherheit und einem extrem verzeihenden
Flugverhalten. Gute Widerstandsfähigkeit
gegen abnormale Flugzustände.

Für alle Piloten einschließlich Piloten aller Ausbildungsstufen.

B

Gleitsegel mit guter passiver Sicherheit und
verzeihendem Flugverhalten. Einigermaßen
widerstandsfähig gegen abnormale
Flugzustände.

Für alle Piloten einschließlich Piloten aller
Ausbildungsstufen.

C

Gleitsegel mit mäßiger passiver Sicherheit
und mit potenziell dynamischen Reaktionen
auf Turbulenzen und Pilotenfehler. Die
Rückkehr in den Normalflug kann präzisen
Piloteneingriff erfordern.

Für Piloten, die das Ausleiten abnormaler
Flugzustände beherrschen, die
„aktiv" und regelmäßig fliegen und die die
möglichen Konsequenzen des Fliegens mit
einem Gleitsegel mit reduzierter passiver
Sicherheit verstehen.

D

Gleitsegel mit anspruchsvollem
Flugverhalten und potenziell heftigen
Reaktionen auf Turbulenzen und
Pilotenfehler. Die Rückkehr in den
Normalflug erfordert präzisen Piloteneingriff.

Für Piloten, die über viel Übung im Ausleiten
abnormaler Flugzustände verfügen, die sehr
aktiv fliegen, die signifikante Erfahrungen in
turbulenten Bedingungen gesammelt haben
und die die möglichen Konsequenzen des
Fliegens mit einem solchen Gleitsegel
akzeptieren.

e = Spezielle Einweisung erforderlich, z. B. wegen ungewöhnlicher Steuerung.
g = Gleitsegel wurde mit speziellem Gurtzeug mustergeprüft und darf nur mit diesem Gurtzeug
betrieben werden, da ansonsten die Lufttüchtigkeit nicht gegeben ist.
e und g sind Zusatzbezeichnungen zu den Klassifizierungsangaben.

Info über die Safety-Class findet Ihr in diesem Link zum DHV.

Am Ende die Frage: Mit welcher Gleitschirmzulassung darf ich denn jetzt am Kleinheppacher Kopf fliegen? Im Mitgliedsantrag steht: „ Ich fliege ein Fluggerät mit DHV-Gütesiegel.“ Damit meint der DHV-Verein „Die Remstäler“ die heutige LTF Zulassung des DHV und schließt die EN-Zulassung aus.

Landeplatz

KHK-Flüge aktuell

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